Nextcloud Einführung

Nextcloud: Deine eigene Cloud – was steckt dahinter?

3 min read Isabelle Groschke
Nextcloud: Deine eigene Cloud – was steckt dahinter?

Du hast eine eigene Nextcloud und fragst dich, was du damit eigentlich anfangen kannst? Hier bekommst du einen ersten Überblick.


Was ist Nextcloud überhaupt?

Stell dir vor, du hast einen eigenen Aktenschrank – aber im Internet. Du kannst von überall drauf zugreifen, Dateien reinlegen, rausnehmen und mit anderen teilen. Und das Schönste: Dieser Aktenschrank gehört dir. Kein großes Unternehmen hat einen Schlüssel dazu.

Das ist Nextcloud – im Kern.

Technisch gesehen ist Nextcloud eine Software, die auf einem Server läuft und dir über den Browser oder eine App zugänglich ist. Die Oberfläche sieht aus wie ein ganz normales Web-Programm: Du loggst dich ein, siehst deine Dateien und klickst dich durch. Kein Unterschied zu Google Drive oder Dropbox – außer dass der Speicherplatz tatsächlich deiner ist.

Der wichtigste Unterschied: Bei Google Drive, Dropbox oder OneDrive liegen deine Daten auf Servern in den USA, die einem Konzern gehören. Bei Nextcloud entscheidest du, wo deine Daten liegen. In diesem Fall: bei deinem Hoster in Deutschland. Kein Zugriff durch Dritte, keine unklaren Nutzungsbedingungen, keine Werbung.


Was kann Nextcloud alles?

Nextcloud ist mehr als ein Datei-Speicher. Das überrascht viele am Anfang. Hier ein Überblick darüber, was in deiner Instanz steckt:

Dateien & Fotos

Das ist das Herzstück. Du kannst Dokumente, Fotos, PDFs, Tabellen – alles Mögliche – hochladen und von überall abrufen. Installierst du die Desktop-App auf deinem Computer, synchronisieren sich bestimmte Ordner automatisch, genau wie du es vielleicht von Dropbox kennst. Auf dem Smartphone funktioniert es genauso: Einmal eingerichtet, landen Fotos automatisch in Nextcloud, statt auf Google Photos oder iCloud.

Dateien teilen

Du willst jemandem eine große Datei schicken? Kein Problem. Nextcloud erstellt einen Link, den du per E-Mail oder Messenger teilen kannst. Die andere Person braucht dafür keinen eigenen Account. Du kannst sogar festlegen, dass der Link nach einer Woche abläuft oder mit einem Passwort geschützt ist.

Kalender

Nextcloud hat einen eingebauten Kalender. Den kannst du mit deinem Smartphone synchronisieren – egal ob Android oder iPhone. Termine, die du im Browser einträgst, erscheinen automatisch auf deinem Handy. Und umgekehrt.

Kontakte

Genauso funktioniert es mit deinem Adressbuch. Speichere Kontakte in Nextcloud, synchronisiere sie auf alle deine Geräte. Kein Google-Konto mehr nötig, um deine Kontakte zu sichern.

Notizen

Es gibt eine Notizen-App, die mit deinem Smartphone synchronisiert wird. Einfach, schnell, ohne Schnörkel – für Einkaufslisten, Ideen oder To-dos.

Gemeinsam an Dokumenten arbeiten

Mit der integrierten Kollaborations-Funktion können mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument, einer Tabelle oder einer Präsentation arbeiten – ähnlich wie bei Google Docs. Das klingt vielleicht erst mal nach Profi-Feature, ist aber für alle nützlich, die gelegentlich Dinge mit Familie, Kollegen oder Vereinsmitgliedern teilen.


Warum eigentlich nicht einfach Google Drive?

Eine berechtigte Frage. Google Drive ist bequem, kostenlos und die meisten kennen es. Warum der Aufwand mit Nextcloud?

Hier geht es nicht darum, Google pauschal schlecht zu machen. Aber es gibt ein paar Punkte, über die man nachdenken sollte:

Deine Daten sind ein Produkt. Kostenlose Dienste finanzieren sich meistens durch Daten. Google wertet aus, was du speicherst, welche Dateien du öffnest, wie du sie nutzt – um dir passendere Werbung zu zeigen und seine Dienste zu verbessern. Das passiert im Hintergrund, ohne dass du aktiv etwas siehst.

Unklar, was morgen gilt. Google stellt Dienste ein oder verändert Konditionen. Was heute kostenlos ist, kann morgen kostenpflichtig werden oder komplett verschwinden. Erinnerst du dich an Google Photos? Bis 2021 war unbegrenzter Speicher kostenlos – dann war Schluss.

DSGVO und Datenschutz. Wer beruflich oder im Ehrenamt mit Daten anderer Personen arbeitet, bewegt sich mit US-Diensten auf unsicherem Terrain. Die europäische Datenschutzgrundverordnung gilt, ob man will oder nicht.

Mit Nextcloud ist das alles klar: Deine Daten liegen auf einem deutschen Server. Kein Konzern hat Zugriff. Du bezahlst für den Speicherplatz und bekommst dafür eine saubere Dienstleistung.

Google Drive / Dropbox Nextcloud
Wo liegen die Daten? USA (Google/Dropbox-Server) Deutschland (dein Hoster)
Wer hat Zugriff? Der Anbieter Nur du
Datenschutz Eingeschränkt Vollständig in deiner Hand
Kosten Kostenlos bis zu einem Limit, dann teurer Fixer Betrag, kalkulierbar
Abgängigkeit Anbieter kann Bedingungen ändern Du entscheidest

Wie sieht Nextcloud aus?

Wenn du dich zum ersten Mal einloggst, siehst du eine Oberfläche, die an gängige Cloud-Dienste erinnert. Oben eine Menüleiste mit kleinen Symbolen für die verschiedenen Apps – Dateien, Kalender, Kontakte und mehr. In der Mitte deine Dateien oder der Bereich der App, die du gerade geöffnet hast.

Du brauchst kein technisches Wissen, um Nextcloud zu nutzen. Es funktioniert im Browser wie eine ganz normale Website. Klicken, hochladen, teilen – das war's für den Anfang.

Auf dem Smartphone gibt es offizielle Apps für Android und iPhone. Die richten wir uns in einem der nächsten Beiträge gemeinsam ein.


Was erwartet dich in dieser Reihe?

Dieser Überblick ist der Einstieg. In den folgenden Beiträgen gehen wir Schritt für Schritt durch die wichtigsten Funktionen – immer praktisch, immer ohne Vorwissen:

  • Teil 2: Dateien hochladen, organisieren und mit anderen teilen
  • Teil 3: Kalender und Kontakte – Synchronisation mit dem Smartphone einrichten
  • Teil 4: Nextcloud unterwegs – die App auf dem Handy nutzen

Du musst nichts auf einmal lernen. Lies, was dich gerade interessiert, und probiere es aus. Nextcloud ist kein kompliziertes System – es braucht nur ein bisschen Eingewöhnung.


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